Values & Visions 2030 – Was uns morgen wichtig ist

Das Ziel der GIM-Zukunftsstudie „Values & Visions 2030“ ist es, Orientierung zu bieten und den gesellschaftlichen Wertewandel in seinen verschiedenen Facetten verständlich zu machen. Die in der Studie identifizierten Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen liefern die Grundlage, um die Gesellschaft besser zu verstehen und damit auch Marken und Produkte zukunftsfähig auszusteuern. 

 

Die Studie dient Marken- und Produktverantwortlichen in Unternehmen als zentrale Verständnisfolie:

  • Entwicklung von Szenarien für zukünftige Lebenswelten und Werthaltungen
  • Daraus: Ableitung branchen- und markenbezogener Bedürfnisse von Konsumenten
  • Verlässliche Prognosen zur Zukunftsfähigkeit von Marken
  • Umsetzbare Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige und wertebasierte Markenführung

 

Die komplette Studie können Sie über das untenstehende Kontaktformular kostenfrei anfordern.

Die Wertelandkarten für Deutschland, China und USA finden Sie hier als Poster zum Download.

Den Report zur Internationalisierung der Values & Visions 2030 können Sie hier kostenfrei downloaden.

Die fünf Megatrends der Studie

Algorithmisierung

Der Megatrend Algorithmisierung bezeichnet die zunehmende Durchdringung unserer physischen Umgebung mit Computern, die immer kleiner werden und immer stärker vernetzt sind. Ausgestattet mit Sensoren und künstlichen Intelligenzen, erfassen und interpretieren sie, was um sie herum geschieht – so lernt unsere nicht-menschliche Umwelt, auf uns zu reagieren und selbst Entscheidungen zu fällen. Das kann Komfort und Sicherheit bringen, uns aber auch Freiheit nehmen oder sogar überflüssig machen.

Von allen fünf Megatrends wird die Algorithmisierung vermutlich die am weitesten reichenden Auswirkungen haben. Ihre Folgen sind aber auch die, die am kontroversesten diskutiert werden: Verlieren wir unsere Mündigkeit, wenn Maschinen uns das Denken und Entscheiden abnehmen?

Verwertung

Der Megatrend Verwertung beschreibt, wie wir immer mehr Aspekte unseres Lebens als Mittel für unsere Zwecke sehen, instrumentalisieren und zu sozialem oder finanziellem Kapital machen. Dadurch verlieren viele Tätigkeiten oder Eigenschaften ihren Selbstzweck. Die Schönheit des Moments wird höchstens ausgekostet, wenn sie gleichzeitig nützlich ist. Die Motivation, seine Freizeit angenehm zu gestalten, wird dem Drang zur mess- und vergleichbaren Optimierung untergeordnet. Doch es entstehen auch neue, kreative Einkommensmöglichkeiten.

Dank zahlreicher Internetplattformen, die sich auf jeden Bereich des Lebens spezialisiert haben, können wir damit aus jeder Situation Kapital schlagen. Das schicke Selfie bringt neue Bekanntschaften, wer häufig im Sportstudio trainiert und fit bleibt, kann Krankenkassenbeiträge sparen, und wer besonders nett zu seinen Übernachtungsgästen ist, erhöht die Chance, im eigenen Urlaub schön und günstig unterzukommen. Für den Einzelnen mag dies zunächst verlockend erscheinen. Doch es drohen Gefahren: Einerseits, indem der Moment seiner Magie beraubt wird, und jede Handlung, jedes Erlebnis, nur noch unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit betrachtet wird. Und andererseits, in dem die Selbstoptimierung, die gerade noch freiwillig war, nun als Selbstausbeutung betrieben werden muss, die gesellschaftlich erwartet wird.

Gestaltung

Der Megatrend Gestaltung wirft Fragen auf, ob wir auch tun sollen oder müssen, was wir können und wollen. Denn wir greifen in immer mehr Sphären unseres eigenen Lebens, unseres Körpers und unserer Welt gestaltend ein – und die sozialen und ökologischen Folgen sind oftmals kaum abzusehen.

Nicht nur in der Medizin will der Mensch sein Schicksal selbst in die Hand nehmen – und die moderne Technik gibt ihm immer Möglichkeiten dazu. Im Großen zählt dazu der Kampf der Menschheit gegen Krankheiten oder den Klimawandel. Und im Kleinen steuern wir unseren Lebenslauf immer bewusster, werden immer kreativer und möglicherweise auch offener für Neues. Doch wer nicht aufpasst, verliert sich im Meer der Möglichkeiten. Denn wenn alles veränderbar ist, fehlt auch ein ruhender, sicherer Pol, droht ein Leben in ständiger Bewegung und Ungewissheit. Modernen Gesellschaften stehen tiefgreifende ethische Debatten ins Haus: Soll alles erlaubt sein, was auch möglich ist?

Fragmentierung

Der Megatrend Fragmentierung weist den Weg in eine ungeahnt vielfältige Zukunft. Globalisierung und das Internet lassen uns entdecken, dass es zahllose Gesellschaften und Teilgesellschaften geben kann – und wie wir selbst neue begründen können, indem wir uns zusammenschließen. In vielen westlichen Gesellschaften ist heute schon zu beobachten, wie sich dadurch die Bevölkerung neu konfiguriert.

Dank des Internets können sich auch kleine Gruppen immer unkomplizierter zusammenfinden, die Vielfalt der Gesellschaft wird immer sichtbarer. Dies nutzt dem Einzelnen, der seine eigene Persönlichkeit immer freier ausleben kann. Doch profitieren können vor allem jene, die Kompetenz im Digitalen haben und von den neuen Strukturen nicht überfordert sind. Alle anderen fühlen sich nicht nur von der modernen, bunten Welt ausgeschlossen, sondern möglicherweise sogar abgehängt. Genau hier gehen Populisten auf Stimmenfang, indem sie an die überschaubare alte Zeit erinnern. Der Prozess der Neuordnung ist längst im Gange – die Zukunft wird zeigen, ob Fragmentierung Zerfall bedeutet oder vor allem Freiheit.

Re-Lokalisierung

Der Megatrend Re-Lokalisierung bedeutet eine Rückbesinnung und Rückbindung an die lokale Umwelt – auf wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Ebene. Das ermöglicht einerseits Erdung des Einzelnen, Neugewichtung des Kommunalen und produktive Synergie-Effekte, kann andererseits aber auch Rückzug oder erneuten Nationalismus bedeuten.

Die Re-Lokalisierung ist in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung auch das Mittel gegen entrückte Beziehungen. Wirtschaftlich gewinnen regional hergestellte Produkte bei Verbrauchern an Reiz, politisch wird lokalen Vorgaben mehr Aufmerksamkeit gewidmet und persönlich werden immer mehr Bürger in den Kommunen aktiv, ob im traditionellen Schrebergarten oder beim Urban Gardening. Der Rückbezug auf die direkte Umwelt kann so Entlastung und Erholung bieten – bis hin zum romantischen Rückzug in die Idylle einer überschaubaren Welt.

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